2be or be2 – a short tale
[fast alles ist frei erfunden,ähnlichkeiten sind beabsichtigt und zufällig ist eh nur das wetter]
für n.
berlin.eine tür öffnet sich in die dunkelheit der nacht. sie tritt heraus und wirft einen flüchtigen blick auf die undeutlichen gesichter dere, die durch ebenjene tür hinein wollen,hinein in die anonymität derer die die nacht vergessen machen. in der ferne über der spree verwandelt sich das blau der nacht in eine farbe,die einem auf einen toten kanal gestellten fernseher gleicht. “wo ist melanie?†dachte sie erschrocken.nur 3 minuten vor ihr verliess sie fast fluchtartig durch die gleiche tür den club. “mir ist schlecht, ich gehe schon mal raus†erahnte sie mehr denn sie es denn hörte. die letzten takte eines der lieder die man immer wieder gerne hört, bei denen einem aber nie einfällt, was es ist verhallten und wurden durch etwas ähnliches aber doch was ganz anderes ersetzt. sie ging zur tür um melanie zu folgen, aber vor der tür begann der morgen in der stadt und melanie war weg. müde schaut sie auf das display ihres mobiltelefons, “4.42 am†steht in beruhigenden zahlen. “scheisse†mehr flüsternd denn laut enfährt ihrem mund. im beginnenden tag verwandeln sich die rundbogen der brücke in toten auge die auf das graue wasser unter ihr starren. “Melanie!†ruft sie nun schon etwas lauter, “was soll der scheiss!â€.â€suchst du die kleine, die gerade raus kam?â€. die stimme des einlassers hörte sich schon etwas müde an “sie ist wie eine furie an mir vorbei und richtung u-bahn geranntâ€.â€fährt die u-bahn denn schon?†entgegnet sie, ohne wirklich auf eine antwort zu hoffen.â€schätzchen, es ist freitag und wir sind hier nicht in buxtehude!â€. bei dem wort schätzchen fuhr sie unmerklich zusammen, er hatte sie manchmal so genannt, immer dann wenn er anfing, ihr etwas zu erklären. obwohl sie schon beim rest nicht mehr hinhörte, presste sie noch ein leise “danke†hervor und ging in die entgegengesetzte richtung. 3 stunden vorher meinte melanie noch zu ihr,â€lass uns etwas spass haben und danach irgendwo schön am samstag frühstückenâ€. nun das schien sich ja nun erledigt zu haben. langsamen schrittes ging sie die brücke weiter und versuchte einen klaren gedanken zu fassen.
der abend begann schon nachmittags. melanie rief an und meinte “jetzt da wir beide wieder solo wären, sollten wir uns vergnügen, tanzen gehen oder so….â€. sie schaute auf die uhr , es war kurz nach 16 uhr , freitags, und vom hof kamen die stimmen der kinder aus dem dritten stock bis zu ihr. “ok, kommst du zu mir oder wie?†es klang eher wie eine feststellung denn wie eine frage. seit dirk melanie verlassen hat, liess sie es nicht zu das man sie besuchte. melanie verliess lieber ihre wohnung. der verlust des mannes an ihrer seite während der letzten 3 jahre schien sie mehr zu treffen, als sie es sich zugestehen wollte. dirk der melanie verlies, der so gar keine parallelen zu “ihrem†oliver aufwies. dirk der immer lachte, und sich fürsorglich um melanie kümmerte. eben der dirk, mit dem soviel spass haben konnte und der auch wann immer man ihn traf, zuhören konnte. genau der dirk zerbrach an melanie. an dem ewigen chaos, dem hüh und hott, den stimmungschwankungen….. vor zwei wochen, als sie von einer kurzen londonreise zurückkehrte lag nur ein zettel auf dem tisch, “ich gehe, ich halte es nicht mehr mit dir aus. dirkâ€. als melanie 20 min später vor ihrer tür stand , völlig aufgelöst, begriff sie, das sich irgendetwas geändert hatte. die starke melanie, die frau die sie manches mal bewunderte für ihre art und weise mit dem leben klarzukommen, sie lag in ihren armen und schluchtzte nur noch wie ein weidwundes reh. niemand würde es wagen auf bambi zu schiessen, aber es tat doch jemand.und traf auch noch. nach zwei tagen heulerei stand melanie auf und sagte “das leben geht weiter, ich ruf dich an!†stand auf, ging kurz ins bad und rief noch beim gehen ein fast schon fröhliches “tschüss†in die küche und verschwand. und nun dieser anruf. “ok†dachte sie , “ich muss auch mal wieder rausâ€. wer war schon oliver und er würde ja eh niemals begreifen , was….ja , was eigentlich? das sie ihn liebte ? vielleicht. das sie mehr wollte ? “ist besser so als gar nicht!†redete sie sich immer ein. oliver war so das männliche gegenstück zu melanie, ungestüm und zart, begreifend und fragend, sturm und sonne in einer person. was hat sie alles versucht, um mehr daraus zu machen.
sie sitzt nach dem anruf von melanie weiter in der küche, den kalten kaffee vor ihr nicht beachtend. die stimmen im hof sind verstummt, und durch das haus zieht der geruch von kurzgebratenen. selbst der radiomoderator beschränkt sich auf das wirklich wesentliche, als wollte er abwarten, wie sie sich entscheidet.
Mmm…
And when you’re out there
without care
yeah, I was out of touch.
But it wasn’t because I didn’t know enough…
I just knew too much….
ein lächeln umspielt ihre lippen. als sie diesen titel das letzte mal hörte,saß oliver ihr noch gegenüber. und ebenso wie er bei den klängen lächelte, so musste auch sie unwillkürlich die mundwinkel nach oben ziehen.melanie meinte, immer wenn sie ihr lächeln sah “soviel sonne möchte sie auch in ihrem herzen habenâ€. sie stand auf, ging ins schlafzimmer um sich anzuziehen, denn melanie hielt essowieso nicht lange zuhause aus, und wie als ob sie gedanken lesen könnte, klingelte es an der tür. “Komm hoch†sagte sie und wartete halb angezogen hinter der angelehnten wohnungstür. als melanie dann endlich hineinstürmte, kam im vorbeigehen auf dem weg zur küche nur die frage “ich mache mir nen kaffee, süsse, willst du auch einenâ€. sie entgegnete, “lieber einen teeâ€, “ok, moment und ich muss dir was erzählenâ€. sie zog sich endgültig weiter an und ging in die küche. “das geht so gar nicht†meinte melanie im seitenblick. “was geht so nicht?†entgegnete sie. “na die klamotten,süsseâ€.â€was ist denn an denen falsch?†“süsse, wir wollen tanzen gehen, nicht auf ne beerdigung!â€. melanie hatte einen tonfall an sich der sie an ihre alte erdkundelehrerin erinnerte. “lass uns erst was trinken, dann schauen wir mal deinen schrank an!†melanie legte wieder mal fest und sie dachte nur, das es genau das ja war,warum dirk verschwunden ist. “Was?†sie schrak zusammen und das nur weil melanie gerade irgendwas sagte. schuldbewusst blickte sie melanie nicht direkt in die augen als sie nur ein “sorry, war gerade nicht dabei†hervorbrachte. eigentlich wollt sie nicht weg, sie wollte melanie erzählen was mit dem job ist , ihr die bilder zeigen die sie extra dafür machen ließ,aber sie merkte, das melanie sich irgendwie gerade aus der trauer um den verlust von dirk erholte. “gut, wir gehen aus. mit wem ?†sie sagte das mit dem unterton der überzeugung, das melanie sich schon um alles kümmern würde. “mit wem? wir ziehen alleine um die häuser, was dachtest du ?†melanie schien es garnicht in den sinn zu kommen,ihre gedanken nachzuvollziehen. vor nicht allzulanger zeit da ging es nur zu viert. mal hier, mal da, selbst die hafenbar wurde nur zu viert besucht, und das obwohl dirk und oliver es dort eher als kindergartenwächter empfanden. behaupteten sie zumindest unabhängig voneinander.
[t.b.c.....here starts again]
Sie wurde sich erst jetzt der tragweite dieser aussage bewusst. “Was hast du vor?” es klang eher wie der letzte wunsch eines zur hinrichtung verurteilten, als denn eine frage. “schau wir haben soviel gemeinsam veranstaltet. zeit das wir zeigen, das wir alleine was auf die beine stellen” melanie klang völlig verändert, als ob sie die eigenen kehrtwende ihrer seele beschlossen und verkündet hätte. “was wolltest du mir erzählen?” fragte sie umd zumindest ihre verlüffung etwas zu verbergen. “ich habe dirk gesehen. mit einer anderen. gestern. bei kaisers”.jedes einzelne wort kam wie ein peitschenschlag aus melanies mund.”und hat er dich auch gesehen?” .”ja wir haben uns unterhalten” erwiderte melanie beiläufig, nicht ohne einen seitenblick zu werfen.”wie es ihm geht, was er so die letzte zeit so gemacht hat, na halt ein paar belanglosigkeiten ausgetauscht” sie versuchte sich gerade vorzustellen, wie melanie hinter den tiefkühltruhen gebückt vorbeihuscht um sich hinter einem turm “libby’s” zu verstecken und musste dabei unwillkürlich lächeln. “ja ich weiss was du denkst, wir sind noch nicht so lange auseinander und ich war auch ganz schön durch den wind”. “trotzdem war es schön wieder einmal mit ihm zu reden, so über die alten zeiten und so….” irgendwie war der satz noch nicht zuende, melanie sprach aber nicht weiter. “er hat ne andere was ? und die war mit dabei” sie sprach mehr zu sich selbst als zu melanie. melanie nickte nur. “und?” in den nächsten fünf minuten sprudelte melanie nur so über vor “komplimenten” ob dirks neuer flamme. still hörte sie es sich an und trank ihren tee, der mittlerweile fast kalt war und schon anfing ränder in der tasse zu bilden.”sie ist so unscheinbar” platze es zum schluss aus melanie heraus. “ist sie vielleicht das gegenteil von dir? vielleicht war es das was er suchte?”. melanie sah sie nur verständnislos an. “naja, überlege mal, wie habt ihr denn zusammengelebt? ein ständiges hin und her, hüh und hott” sie überlegte schon ob sie mehr ins detail gehen sollte, da fing melanie wieder an zu weinen. “sei nicht so hart zu mir! ich dachte er wollte es so, habe immer spass gemacht, und es war nie ruhe da” das klang schon fast trotzig aus melanie’s mund. “dirk und oliver haben sich einmal darüber unterhalten” sie überlegte, ob sie das ganze gespräch wiedergeben sollte, aber sie hatte oliver versprochen, es für sich zu behalten, also war es nur die quintessenz dessen, was sie jetzt melanie versuchte klarzumachen, “oliver meinte, dirk wäre manchmal schon froh wenn es mal ne pause geben würde.” “woher willst du das wissen?” “oliver ….” melanie fiel ihr ins wort: “woher will oliver wissen was gut für uns gewesen wäre? er hat schliesslich dich gehen lassen!”. das hat gesessen. sie überlegte einen moment und sagte dann leise ” er hat mich verlassen. und er meinte, wir wären eh nur freunde gewesen” melanie schaute sie mit offenem mund ungläubig an “das hat er gesagt ?” entfuhr es ihr fast bestürzt. “nun eigentlich war es ja auch nicht mehr. wir waren uns da von vornherein drüber im klaren” es klang fast wie eine entschuldigung.
