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________brunchen____ ja, aber…
für mich war es so lange zeit der einzige zeitpunkt, an dem ich mich zurückziehen konnte. an dem nicht die computer, die sonst so allgegenwärtig sind, teil meines tagesablauf waren. es war ein unbeschwerte zeit, die ich allein , oder, meistens mit freunden verbrachte, das allwöchentliche brunchen, jeden samstag und/oder sonntag in der dachkammer. es war immer so wie ankommen, nach fünf tagen stress, hektik alltag halt, gab es einen punkt, der scheinbar stillstand. nach neun jahren dieses rituals (ist ja letztendlich nichts anderes) ist damit jetzt schluß. es hat spass gemacht, immer wieder freunde zu treffen, die entweder auf dem gleichen trip waren wie ich oder versuchten auf den gleichen trip zu kommen, oder was am besten war, menschen die sich mit dir nicht über das leidige knöpfchendrücker thema unterhalten wollten. (welcher bäcker möchte sich mit seinen freunden schon über die pro’s und con’s der mehlsorten unterhalten(nicht das ich mich jetzt zu weit aus dem fenster lehne, also bäcker, verzeiht mir)).
aus meinen augen gibt es auch kein “aber” im herkömmlichen sinn. also ich möchte hier nicht das büffet schlecht machen (da sollen andere drüber richten, sofern es da was zu richten gibt). es ist einfach nur das ende einer ära, meiner ära, das frühstück in der dachkammer. warum? oh da gibt es so einige gründe, die sehr stark in das persönliche hineinreichen, und mich ausreichend als krümelka**** klassifizieren. abe es gibt momente, da verzeiht man alles , und andere wo es eine kleinigkeit gibt, die alles zunichte macht. wenn man das brunchen so wie ich als quelle vieler sozialer kontakte ansieht, dann ist es doch so das es in einer athmosphäre stattfinden sollte, die einem immer, jedesmal, in angenehmer erinnerung bleibt, egal wie man sich in dem moment fühlt, das ziel war und ist eigentlich immer relaxen. wenn es das nicht wäre, dann wäre auch bahnsteig sieben auf dem ostbahnhof ein platz zum brunchen denke ich. viele freunde haben zu mir gesagt, ich sollte es nicht zu eng sehen. aber ich sehe es halt so. es gibt sicherlich auch für mich situationen, in denen mir jede art von umgebung komplett egal ist , aber das ist recht selten, es sollte immer schon irgendwas entsprechend zum eigenen stil sein , eine umgebung in der man sich unwillkürlich wohlfühlt. ja, geneigter leser, es kommt (natürlich) der einwand, warum denn in die ferne schweifen, wenn man sich doch in den eigenen vier wänden imemr am wohlsten fühlt. nun, ich kann manchmal halt keinen haufen gebrannten sandes mehr sehen, deshalb dann raus.
was soll dieses ganze gerede ? wir ihr schon bemerkt habt, dreht sich in meinem leben viel um musik. brauche ich andauernd irgendwie um mich rum, und reagiere deshalb manchesmal schlimm (nein nicht immer, aber wer mich kennt, weiss, das es oft so ist). ist sicherlich eine meine größten schwächen. wenn nicht sogar die größte. und für mich war das brunchen immer an eine entspannte athmosphäre gebunden, zu der auch recht entspannte musik gehört, bzw. immer noch gehört. leider hörte das nach der zeit in der dachkammer tatsächlich auf, mit der musik verschwand für mich ein wenig die athmosphäre, das gewisse kleine extra, das ich brauchte um mich tatsächlich richtig zu entspannen. es wurde nicht ersatzlos gestrichen, nein, sondern ersetzt, durch sicherlich keine schlechte musik (gott sei dank hat jeder seinen eigenen geschmack), nein durch etwas anderes, was für mich die magie des moments dort zerstörte. ok, das ist hochgradige krümelka*** aber auch wenn es sich spleenig anhört , so war es doch für mich ein auslöser, das neunjährige jubiläum nicht mehr mit einem brunch dort eben zu beschliessen. ich brauche sicherlich wenig um mich glücklich zu fühlen, und insofern gehört die musik zur richtigen zeit am richtigen ort (für mich) dazu. und somit werde ich einer ehernen grundlinie meines lebens an diesem punkt untreu: never change a running system. doch. ich suche mir einen anderen platz. wo ich wieder meine entspannung finde. sorry.
aber es wäre schlimm, wenn ich änderungen an meinem leben ausschliesslich an der musik festmachen würde. wie langweilig. nein es änderte sich noch mehr, tiefgründigeres, ausschlaggebenderes. auch wenn sie vorher von mir nie beachtet wurden (jeder der dort arbeitete/arbeitet, weiss was ich meine), so sind mir auch über die jahre die menschen dort ans herz gewachsen. sometime you wanna go where everybody knows your name…. aber langsam verschwinden sie, die gesichter, die man kennt. und es ist verdammt schwer, sich an neue zu gewöhnen. wir sind gewohnheitstiere, lieben unsere umgebung indem wir sie mit formen, durch unseren geist… wenn diese umgebung langsam verschwindet und durch, tatsächlich nichts ersetzt wird, dann wird der vertraute platz genauso fremd wie erwähnter bahnsteig sieben.
traurig.
zeiten ändern sich.

…ich hab gern mit dir in der Dachkammer gelacht, geweint und erzählt. Aber der Bahnsteig 7 tuts auch! Drück da! 30.05.06
30. Mai 2006 @ 23:20
…leider ist es so … aber es heisst man soll sich vorwärtsbewegen, vielleicht ist der bahnsteig doch zu was gut …
31. Mai 2006 @ 00:43