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zwanzig minuten nach fünf….

…morgens versteht sich. überhasteter aufbruch nach einer zu kurzen nacht und drei wochen voll von hektik, das ich ständig das gefühl habe irgendwas zu vergessen. oder anders, morgens aufzuwachen mit dem gedanken, das an diesem (beliebigen) tag etwas passieren würde, was so schlimm ist, das es alles andere deutlich in den schatten stellen würde. und mit dem gedanken daran abends einzuschlafen führt nicht unbedingt zu einer ruhigen nacht. und die erholung des letzten urlaubs ist mehr oder weniger komplett aufgebraucht von der hektik, um nicht stress zu sagen, meiner arbeit. und es war komplett unkoordiniert, sozusagen mein gelebter schreibtisch, chaotisch und unstrukturiert.
wenn ich so früh zeit habe etwas zu schreiben, dann heisst das, na was wohl, ich bin wieder mal kunde meiner allseits beliebten deutsch bahn, und an der uhrzeit (sollte ich lieber “unzeit” sagen?) erkennt der wissende der fahrpläne und verbindungen, ich befinde mich gerade zwischen berlin und braunschweig glaube ich. bin also wieder mal auf deutschlandtournee und werde die nächsten vier tage im hessenlande verbringen und danach weitere 4 tage im musterländle. der zug ist leer alt und verbraucht und so ähnlich fühle ich mich auch gerade. unglaublich, das die energie, die zu tanken man im urlaub pflegt, so schnell und so konsequent aufgebraucht wird, das man sich am liebsten bedauernderweise selber auf die schultern schlagen könnte und den blick verhangen in die zukunft richten möchte, ob denn des nächsten zu erwartenden timeout der seele.
aber gemäss der chaostheorie tritt meistens doch das am wenigsten zu erwartende mit aller kraft ein. in meinem fall also kein urlaub sondern, nun , was würde ich am wenigsten erwarten ? keine ahnung ! deshalb ist es ja wohl so unglaublich schwer sich so etwas vorzustellen…. oder wie der volksmund sagen würde “..lächle und sei froh, das es nicht schlimmer kommt. ich lächelte, war froh und es kam schlimmer….”
selbst der gedanke an irgendetwas palmenartiges an einem weissen strand mit einem bunten cocktail und dem obligatorischen schirmchen drinne, selbst dieser gedanke, so gleichermassen schön wie zum momentanen zeitpunkt unvorstellbar, selbst der reisst einen nicht mehr unbedingt vom platze hoch. meine ursprünglichen absichten, im februar mich der anderen hälfte unseres lebensraum in südlicher richtung zu widmen, ist schon ad acta gelegt worden. nur zu, träume sind das einfachste, was wir begraben können! selbst der gedanke an die asiatischen tage und nächte im märz oder april rücken in eine immer weitere ferne, auch wenn der persönliche anzeiger zur erfüllung *meiner* träume (nur zur info: die buchungsliste bei travel overland mit ihren preisen) es mehr oder weniger verlockend darstellt, das also ein flug two-way nicht das equivalent zu einem kleinwagen rumänischer produktion kosten würde, sondern eher in der nähe eine bahnreise berlin – münchen 1ter klasse liegt (was bei weiten nicht so schön ist), selbst das erscheint wie hohn ob der tatsache, das ich so schnell nicht wieder fliehen kann, sehr wohl aber will.
also werde ich die augen schliessen und mir das unmögliche vorstellen: statt jetzt auf den durchaus trostlos zu nennenden anblick von wolfsburg meine augen zu richten, so werde ich mir den zuckerhut vorstellen und die copacabana, und fürwahr mit ein wenig guten willen, schmeckt man den caipirinha, vermischt mit etwas salziger luft am meer. nur sollte man das nicht zu oft machen, denn die rückkehr aus dem traum mit dem ultimativen blick auf das bildzeitungslesende gegenüber, das kann schon zu gesundheitlichen problemen führen. deutschland am morgen ist so verdammt frustrierend, man findet kaum worte dafür.

ich wollte wenigstens noch ein zwei worte zum vorigen artikel verlieren, “passiert” … nach einem nächtlichen telefonat in dem viele meiner worte auf die gewichtsmessenden werkzeuge holländischer edelmetallhändler gelegt worden sind, und vermutlich noch werden. wenn ich gefagt werde, ob ich mich schon einmal über das internet verliebt hätte , dann kann ich ruhigen gewissens sagen, nein , habe ich nicht. wenn ich mich verliebe, dann passiert soetwas IRL und nicht virtuell in einer welt von schein statt sein. und ich danke allen die damit was zu run haben dafür , das es tatsächlich noch ein leben *vor* der tastatur gibt und nicht nur wie in den letzten 3 wochen *dahinter*! ebenso einfach ist es zu erklären wie milch  verpackt wird :-) ich hoffe,man/frau versteht, was ich damit meine. ich habe ein paar sachen in meinem leben bis jetzt erlebt, dinge die schön waren, andere wiederum, hätte ich mir auch schenken können, habe entscheidungen gefällt von denen manche in ihrer konsequenz bis heute nachhallen, habe verdammt viele trivialitäten als ernst des lebens angesehen. doch erst die summe aller dinge hat mich zu dem gemacht was ich bin, also will ich von all dem nichts missen wollen, und schon garnicht anders gemacht haben. und das ist doch letztlich das alles entscheidene, die 42 in jedem leben eines jeden menschen, oder ? bedauerlicherweise vergessen das viele nur allzu schnell ….

braunschweig….

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