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verzeihen oder nicht?
wie oft spricht man es eigentlich aus : Verzeihung, Pardon, war nicht so gemeint … ich denke gerade an meinen Vater und versuche herauszufinden, ob ich eigentlich in der Lage bin, ihm zu verzeihen? Bei all dem was er in seinem Leben getan oder besser vielleicht auch nicht getan hat, fällt es mir sehr schwer dieses Wort auch nur in den Zusammenhang mit seiner Person zu bringen.
Zitat Bladerunner:
“there is nothing in your life which for the god of biomechanics will let you in heaven …father!”
im gleichen Zug denke ich darüber nach , ob man mir in meinem Leben überhaupt verzeihen kann, oder ob Dinge die ich getan habe und eventuell noch machen werde so unverzeihlich sind , das man das gleiche über mich sagen kann ?
Was sind Dinge, die man verzeihen kann? und welcher Art sollte die Entschuldigung sein? was ist “unverzeihlich” ? Wofür kann man sich nicht entschuldigen?
Antworten ?

Immer schwer zu sagen.
Es gab Zeiten, da habe ich gesagt, dieses oder jenes könnte ich NIEMALS verzeihen, aber dann wurde ich älter und weiser(?) und konnte es doch.
Hängt halt doch von den Beweggründen/der Ursache ab. Und davon, ob Vorsatz dahinter steckte oder nicht.
Wenn ich die Gründe für sog. unverzeihliche Worte oder Taten nachvollziehen kann (das heißt ja nicht, dass ich es verstehen muss), dann kann ich es vielleicht verzeihen.
Allerdings nur, wenn die Entschuldigung ehrlich ist und nicht nur Mittel zum Zweck.
Wie gesagt, schwer zu sagen. Hängt immer von der Situation ab und wieviel mir der Mensch bedeutet.
Ich hab auch schon reichlich Scheiße gebaut und mir wurde auch schon verziehen, obwohl ich es vielleicht nicht verdient habe.
Leider bedeutet verzeihen ja nicht vergessen, irgendwas bleibt immer…
12. August 2007 @ 19:36
Ich habe mir gestern mal so ein paar sachen durch den Kopf gehen lassen, dinge, von denen ich erst vor kurzen erfahren habe, und andere die ich schon länger mit mir rumschleppe (so an die zwanzig jahre). inbesondere sachen die meinen vater betreffen und mich. und da fiel mir auf das es mir heutzutage unmöglich wäre, ihm die dinge zu verzeihen, die er vor jahren angerichtet hat . Und es geht dabei nicht einmal um das nachvollziehen, oder um den Grund zu erkennen , nein , einfach nur dinge , die er getan hat.
Und in diesem Context erscheinen mir bestimmte wesenszüge, die ich gerade mal so an den Tag lege, ebenso unangenehm, wie mir jetzt seine vorkommen. Woraus sich die Frage ergibt , ob ich, wenn ich mich kennen würde, mir selber für das was ich mache, verzeihen könnte ?!? und dabei denke ich noch nicht mal an die groben dinge (wofür ich ihn hasse) sondern so an das allgemeine …. und das gibt mir etwas zu denken … bzw. es lässt mich einfach nicht los , das ich mich dafür hassen würde …
12. August 2007 @ 20:37
“Dann mach was dran” ist natürlich leicht gesagt, aber…
Wir übernehmen mehr von unseren Eltern als uns selber bewusst ist.
Auch wenn man sich vielleicht sagt, man würde sich später gaaanz anders verhalten.
Sie prägen uns.
Wenn Du Verhaltensweisen angenommen hast, die Du selber nicht magst und die Dir jetzt erst so richtig auffallen, dann kannst Du dagegen angehen.
Wichtig ist doch, dass DU Dich magst und DU Dir verzeihen kannst.
12. August 2007 @ 21:31
Das mit dem angehen ist sicherlich möglich , aber verdammt schwer, zumal mir es erst jetzt irgendwie bewusst ist oder besser wurde. Zumal ich daran erinnert wurde durch jemand der meinen vater auch kennt …. was mir dann als äusserst negativ auffiel
13. August 2007 @ 09:12
ich halte es für unverzeihlich, wenn der vater öffentlich eines seiner kinder verleugnet. ebenso wie wenn er seinen unterhaltspflichten nicht beikommt und frau und kind ums blanke überleben kämpfen müssen.
13. August 2007 @ 12:15
selbst dann wenn er (der Vater) in einer wirtschaftlichen Schräglage ist ? Sicher, alles für das Wohl des Kindes steht vorne dran, das steht ausser Frage, nur schaue dir doch die allgemeine wirtschaftliche lage an, so richtig gut geht es von den hier lesenden vermutlich keinem (denke ich mal) und wenn ich meinen Job so betrachte, ich könnte nicht mit Sicherheit sagen, wie ich in den nächsten Monaten mein Geld verdiene. Das soll jetzt kein Freibrief aus meiner Sicht für unterhaltsschuldene Väter sein, aber manchmal ist man schneller unten angekommen als es einem lieb ist. Also als so richtig unverzeihlich würde ich es nicht klassifizieren , es ist schlecht wenn es passiert, aber manchmal leider nicht zu ändern. Leider gibt es halt viele, die es mit Absicht machen, und wenn das nachweisbar ist , dann schliesse ich mich dir gerne an, aber dann denke ich das die Gesellschaft auch die entsprechenden approbaten Mittel dafür bereit hält.
Mit dem Verzeihen ist es halt so eine Sache, ich finde zum Beispiel bestimmte Charakterzüge für nicht oder wenig verzeihbar. Ich habe, als mein Vater noch lebte, so einiges mitmachen dürfen, wofür ich mich im nachhinein echt schämen müsste einen solchen Vater zu haben. Da sind sehr persönliche Sachen bei , aber was für mich in dem Fall viel schlimmer ist , das bestimmte Sachen die ich an ihm hasste wie die Pest, mittlerweile auf mich durchgeschlagen sind. In meinem Alter! Ich würde ihm die definitiv nicht verzeihen, und da stellt sich natürlich für mich die Frage, ob man sie mir verzeihen würde , ich denke , eher nicht
13. August 2007 @ 13:11
Je älter man wird, desto leichter verzeiht man. Man darf verzeihen, aber nicht vergessen.
19. August 2007 @ 01:24
nein ich glaube, solche fragen kann man eigentlich nur beantworten wenn man schon mehr erfahrung im leben gesammelt hat, schon alleine um die zusammenhänge einer entscheidung vollständig zu verstehen.
das problem das ich habe, ist die tatsache, das meine jetzigen Aussagen an genau solch einer fehleinschätzung gemessen werden. So im sinne von “mit 18 fandest du die stones scheisse, da war modern talking cooler” (< - das ist nur ein beispiel !!!!!!) heute weisst du wer bohlen ist, das nora eine besessene war, und man die musik von MT mit jedem besseren handy nachmachen kann, und der verlust der männlichen geschlechteile durchaus karriereförderlich sein kann ! aber die stones sind immer noch das was sie mal waren !
und was das vergessen angeht: ich bin wirklich froh das ich bestimmte sachen meiner jugend wirklich vergessen habe! das sind nicht unbedingt ruhmesperlen in meinem memoiren, und wenn man dann schmerzhaft daran erinnert wird, dann ist es so als ob dir das herz rausgerissen wurde, auf ein tablett gelegt wurde und zum allgemeinen verzehr dargeboten wird. schlimmer finde ich, das ich auch sachen vergessen habe, die eigentlich mir gut getan haben, nur weil ich sie (damals) für belanglos hielt …. und das schmerzt unendlich !
wie gesagt es sind die fehler , die ich mir selber niemals verzeihen kann
20. August 2007 @ 11:23