[ View menu ]

9/12 – an retro

gestern vor sechs Jahren wurde das Wahrzeichen der westlichen Welt flachgelegt. Bedauerlich, das es so viele Opfer gab. Ebenso bedauerlich, das es aus der Weltpolitik ein heilloses Chaos machte. Es wäre sicherlich bei weitem anders gekommen, wenn die Twins so über Nacht verschwunden wären. Vielleicht wäre dann einiges anders. Zum Beispiel die Grenzkontrollen an israelischen Flughäfen (ich benutze mal die Mehrzahl obwohl ich nur einen kenne), dieses mal war man etwas gnädiger mit mir , aber im endeffekt auch ekliger. Warum ekliger ? Na ich dachte ich bringe mal wieder was von dem Wunder-Spa-Peeling-Wellness Salt für Bella mit, zumal es absehbar ist , das dieses mal das definitv letzte mal hier wahr. Die wirklich netten Herren und Damen von der Pozilei haben alles durchleuchtet,geöffnet,gekostet,gerochen und getestet und für gut befunden, jedoch nicht richtig verschlossen (ist so meine vermutung). Wenn ich heute abend in Berlin meine Tasche auspacke, dann werde ich wohl nach Vanillie riechende, mit einem schönen Peeling-Effekt versehende aber gut geölte Wäsche haben. Wie gesagt, nicht genaues weiss man nicht.

wie war es denn nun ? auf der einen Seite sozusagen im “Pro” steht die Tatsache, das ich wirklich nichts zu tun hatte, mal von ein paar wirklich kleinen Gefälligkeiten abgesehen, die ja nun jeder im Vorbeigehen macht. Ich konnte also ernsthaft den Versuch starten, mich mal richtig zu erholen. Im weitesten Sinne konnte ich das auch, womit sich nahtlos das “Contra” anschliesst. Während ich dies schreibe (oder besser angefangen habe zu schreiben) sitze ich in Tel Aviv auf dem Flughafen mit ca 40 Fieber und einer linken Mandel die in Grösse, Form und Farbe dem Bjorn Borg seinem Arbeitsgerät ähnelte. Mich hat nach sieben Jahren tatsächlich meine Sommerangina wieder eingeholt, ich schätze mal wegen dem zu grossen Temperatur Delta an meinem Tag am Meer. in zahlen ausgedrückt waren das wohl über 40 grad Unterschied zwischen “im” Auto und “am” Auto. Da meine bevorzugte Medikation dagegen hier wohl zu den letzten unerforschten Geheimnissen der Menschheit gehört, wich ich auf normale Anti-Biothika aus , die mir eventuell mehr schaden als helfen, aber auch das wird man noch sehen. Seit gestern nacht hat sich mein Zustand wieder stabilisiert und ich konnte zumindest wieder geradeaus schauen und dem unverständlichen Kauderwelsch waren zumindest wieder einzelne Worte verständlich zu entnehmen. Mein heutiges Ausreiseinterview verlief auch dementsprechend einsilbig. Nun das stört mich ja nicht aber die wollte ja wissen, ich erzähle selten freiwillig irgendwas …. auf alle Fälle waren die letzten 4 Tage die Hölle.

Ich werde versuchen, mal eine Geschichte zu erzählen, einfach nur aufzählen was passiert ist wäre zu platt. An einem schönen Abend in Ashqelon habe ich Julia Roberts kennengelernt. Für die genauen Ortskenntnisse verweise ich mal entspannt auf Google maps, oder ich baue hier noch einen Link ein. (Zur zeit geht das nicht , weil ich gerade auf dem Weg von Zürich nach Berlin bin, und über den Wolken ist die Freiheit zwar grenzenlos , aber zumindest in dieser Maschine auf unvernetzt). Zurück zu Julia Roberts! Ja ich habe Sie kennengelernt, und mich dabei fast weggeworfen. Es dürfte schon klar sein, das meine Julia Roberts ein Mann ist, oder ? Ok, Sie ist also ein Mann, um genauer zu sein ein Ire ! Ein Ire, der sich mir mit den Worten vorgestellt hat:

“Hello, my Name is Julia Roberts, cause everybody wants to f**k me ever and ever!”

dazu stelle man sich passsend ein Mann vor ca. 1.85 mit so richtig keinem Haar auf dem Kopf und der Physiognomie einer Bulldogge. Er fragte mich, woher ich denn kommen würde. mit dem brustton der Überzeugung das mein Englisch mit dem eines Iren doch mithalten könnte antwortete ich also “Iam Nils from Germany!” daraufhin er “Fine, and from which Part of the Netherlands you are?” Zugegeben eine solche Antwort irritierte mich ein wenig, da ich der meinung bin/war das ich mich klar ausgedrückt habe. So in diesme Stil ging es dann weiter, bis mich sein Kumpel Ian aufklärte, das Julia nur “only jokin’” Ian wiederum sah aus als wäre in allem was er machte, wie er sich kleidete und vor allem wie er sprach, so richtig entspannt in den 80ern stehen geblieben. so als der letzte lebende fan der Housemartins, oder Smiths. Leider haben Micha und ich deutlich das antrainierte Hornhautsaufen der Menschen von der Insel vergessen. Und kurze Zeit später verliessen wir Hals über Kopf die Bar, denn auch ich , der ich Dank Paule eigentlich viel abkann, auch ich musste mich einem bis dato mir unbekannsten Getränk geschlagen geben: “Black Sambucca” ! der fährt selbst dann noch Fahrstuhl wenn es nix zum Fahrstuhlfahren mehr gibt, ein grausames Getränk, geschmacklich irgendwo zwischen in Anis eingelegte Katze und dem letzten Türkeiurlaub angesiedelt. ich würde das niemandem freiwillig anbieten, den ich zu meinen Freunden zähle. Also insofern hat er schon bis auf dem fehlenden Geschmack schon viel mit meinem geliebten Lockstedter gemeinsam. Wir waren beiden an diesem Abend eigentlich nur deshalb in der SCUBAR, weil Annat dort arbeitete. Wir wollte den Abend eigentlich ausdehnen, nur der “Black Sambucca” hat den Abend künstlich stark verkürzt. Aber zumindest mit einem der schönsten Lächeln dieser Welt. (An dieser Stelle sei erwähnt, das alle Bilder die ich mache das gottverdammte Recht auf individualität haben, und somit selber entschieden haben, wann sie denn verwacklen oder nicht. in diesem Fall habe ich diesmal wohl nicht das glückliche Händchen gehabt zu haben, denn die meisten sind verwackelt!)

Annat, ach ja, wir haben Sie zu Weihnachten kennengelernt als Kellnerin im Luna, unserer bevorzugten, hochgradig koscheren, aber nicht destotrotz äusserst leckeren Nahrungsmittelaufnahmehalle. Auch wenn ich die Webseite hier verlinke , lesen wird das ausser Tami wohl niemand können. Ich übrigens auch nicht, was ich jetzt aber nicht als negativ einschätze. Vermutlich bin ich nie wieder dort, und Hebrew ist im Rest der Welt nicht unbedingt so verbreitet. Die Kellnerinnen im Luna zeichneten sich auch schon bei unseren ersten Besuchen dort als äusserst gesellig und vor allem , englisch-bewandert. Bevorzugte Sprachen in Israel sind Hebrew (logisch!) aber an zweiter Stelle kommt halt Russisch und nicht Englisch. Und lasst es euch gesagt sein, erschreckenderweise reicht mein Russisch nach 5 Jahren Qual nicht einmal aus um Fehlerfrei einkaufen zu gehen, dort in Israel. Aber ich bin weiss Gott auch kein Massstab!

Zurück zu Annat. Es war schon lustig anzusehen, wie sich das Mädel von der braven Kellnerin, die in einem züchtigen kosheren Restaurant arbeitete, sich für die Arbeit in der ScuBar in einen naja, Vamp wäre wohl zuviel des guten, aber zumindest in eine echte Tresenschnalle verwandelte. Eine für israelische Verhältnisse fast schon sensationelle Wandlung! Probieren tut das jede Frau dort im Süden, aber schaffen, schaffen tun das nur die wirklich Allerwenigsten. Ich glaube hier ist jetzt der richtige Zeitpunkt um mal wirklich entspannt zu lästern: Man erkennt israelische Frauen schon von weitem, es ist wirklich ansehbar, solange der Humous noch nicht vollends zugeschlagen hat. Wenn er es denn mal hat, dann folgt diese typische Birnenform, ich glaube spätestens jetzt würden alle anderen Frauen auf der Welt sich in das nächste Fitnessstudio verkrümeln und es auch nicht eher verlassen, bis man sich wieder an die Apfelform herangearbeitet hat. Es sieh dort schon recht lustig aus, in was für enge Klamotten (bei den Frauen) man sich dort hineinzwängt. Aber das absolut krönende Highlight sind dazu passende Stilleto’s, mindestens 10 cm Absatz und eine Auflagefläche von kleiner als einem halben qcm. Alles in allem sieht das dann irgendwie aus wie eine aufrecht stehende Leberwurst aus. So richtig lustig wird es aber erst dann, wenn “es” versucht zu laufen. Ich denke der Mangel an Gelegenheiten führt zu der nicht sonderlich gut ausgeprägten Laufart, und Erfahrung macht bekannterweise den Meister. So ich denn mit Micha abends und Nachts in der Marina sass, und auf dem kurzen 80 m stück die Frauen in zweier-, dreier-, oder mehrer Gruppen dort langliefen, so sah es immer aus wie gesteuertes (oder ungesteuertes!) Vorwärtsfallen. Leider stand das im krassen Gegensatz zum Aussehen de rFrauen , denn ich muss sagen, einige waren durchaus als ansehnlich zu bezeichnen. Doch bevor man(n) mit heraushängender Zunge irgendeinem Rockzpfel dort hinterher hechelt, so bedenke er bitte, das die Philosophie dort eine ganz andere ist als sonstwo auf der Welt. Israelische Frauen wollen geheiratet werden um dann Kinder zu kriegen und so weiter …. so ist es zumindest dort im Süden, vielleicht in Tel Aviv ist das ein wenig anders, aber wohl auch nicht viel anders.

DSC00103 DSC00104 DSC00105 DSC00106

Ja auch ich musste mal wieder an das Tote Meer. Warum? Ganz einfach, weil es schön ist. Und sollte ich jemals wieder Israel besuchen, dann eventuell nur wegen dem Toten Meer oder halt wegen Eidat. Nicht das Sie mir das Herz gebrochen hätte, aber Ihr würde ich es zumindest erlauben. Ebenso wie dem Totem Meer übrigens. Nachdem ich mir die Felsen in der Nähe von Sodom mal angesehen habe, revidiere ich meine Meinung über die dortigen Höhenverhältnisse. Das Tote Meer liegt schon sehr tief, dort in Sodom liegt der Meeresspiegel bei ungefähr -530 m , aber die Tiefe selber, die des Meeres liegt so bei ungefähr 50 m, weiter nördlich sozusagen in der Nordkurve bei Jericho, dort ist es definitv viel tiefer, so um die 200m was also zu einer Summierung führt von max -750 m gemessen am normalen Meeresspiegel. Zurück nach Sodom, und ja es ist das Sodom das biblische mit dem dazugehörigen Gomorrha was aber entweder im Meer versunken ist oder sich auf jordanischer Seite befindet, ich vermute eher zweiteres. Und als der alte Lot mit seiner Frau die Stadt verliess, befahl ihm Gott, sich nicht umzusehen, da er sonst den Zorn Gottes sehen könnte, und sofort zu Salz erstarren würde. Der Mann gehorchte, die Frau halt nicht. :-) In meinem heutigen Leben würde ich aber auch nicht gehorchen, nur so am Rande bemerkt. Was ist denn heute davon übrig geblieben ? ich habe mal ein paar Bilder anbei gepackt, die einen Blick auf das alte Sodom zeigen und auf das Tote Meer. Interessant sind sowohl die Autowracks die so in ungefähr 300 m Tiefe in der Schlucht liegen, die deutlich zivil aussehen, und wohl bedeuten, das irgendwelchen Israelis ihr Art und Weise ein Auto zu bedienen irgendwann mal deutlich auf die Füsse gefallen ist. Bedauerlicherweise sind die Ausgrabungstellen direkt daneben. Vielleicht sollte ich es mal nur so am Rande erwähnen, aber es ist mir wohl die vorherigen Male nicht so aufgefallen, zumindest nicht so wie dieses Mal: Der in der Gegend herumliegende Müll ist allgegenwärtig, und manchmal wird einem regelrecht übel. Zum Beispiel der Aussichtspunkt, an dem man einen malerischen Blick hat durch das Tal von Sodom auf das Tote Meer, wird als Toilette missbraucht , weil es wohl das einzige schattige Plätzchen weit und breit ist, mal abgesehen vom Ort Sodom, aber Faulheit siegt. Ich finde es traurig, zumal auch noch ein Gedenkstein drum bittet in mehreren Sprachen, das dieser Ort privat bezahlt wurde und deshalb in Ordnung gehalten werden sollte.

DSC00109 DSC00110 DSC00111 DSC00112

DSC00113 DSC00114 DSC00099 DSC00102

Obwohl diese Bilder wieder mal Malerisch sind, kann man leider nicht alles einfangen, zumal ich ja wie gehabt nur mit meine Mobile Phone knipse. Vielleicht sollte ich mir echt mal nen richtigen Fotoapparat anschaffen, schon alleine wegen der Verschlusszeiten. Es sieht zwar lustig aus wenn sich die Leitplanken im vorbeifahren biegen aber das ist nicht unbedingt real.

Zurück zu unseren allabendlichen Besuchen der Marina bzw. der After-Show in einem Laden mit Namen “Beach-Time”. In der Marina haben wir das israelische Pendant zu Kelly Bundy getroffen, die sich mit dem Namen “Olga” vorstellte, aber ansonsten sowohl das geistige Niveau als auch den Rest der Bar auf Al’s Ebene brachte. Verblüffend dabei für Micha und mich war die Tatsache, das es komplett unerheblich war wie betrunken wir zwei beide waren , sie war uns immer zwei Doppelte Wodka voraus. Und dabei sprach Sie immer noch , aber teilweise Dinge die ebenso unverständlich waren, das sie sie vermutlich selber nicht verstanden hat. Aber ein lächeln ist ja bekannterweise immer der kürzeste weg.

Im Endeffekt hatte ich eine schöne Zeit dort , und eventuell reise ich noch einmal hin , alleine nur um Edite wieder zu sehen, was mir dieses Mal leider nicht vergönnt war, wegen meinem leicht anginösen Ausfall. Jetzt hat mich Deutschland erstmal wieder und ich bin aber schon wieder unterwegs, sozusagen “boldly gone, where is no man gone before” … (ich liebe diesen Satz!) Jetzt bin ich wieder mal in Stuttgart der Arbeit wegen , aber Spanien ruft :-)

2 Kommentare

  1. Jagolina says:

    Dein Link funktioniert irgendwie nicht oder ich bin zu doof.

    Schöööön beschrieben alles und tolle Bilder.

    Die Olga sollten wir mal in den Schluckspecht schleppen *g*.

    2. Oktober 2007 @ 13:54

  2. irgendwer says:

    welcher Link ?
    und was Olga angeht, ich vermute *soviel* getränke hat der schluckspecht nicht um die fertigzumachen :-) kelly erwies sich als zum äussersten entschlossen, und obwohl sie vorsprung hatte, haben wir sie nicht einholen können. und bei den ortsüblichen packungsmassen von “sto gramm” sowieso nicht !

    2. Oktober 2007 @ 14:16


Notice: comments_rss_link ist seit Version 2.5 veraltet! Benutze stattdessen post_comments_feed_link(). in /var/www/clients/client24/web83/web/wp-includes/functions.php on line 3382
RSS feed Comments | TrackBack URI

Write Comment

XHTML: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>