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who needs enemies with a friend like you ?

ich bin wieder zurück in Berlin, nach einer durchaus als anstrengend zu bewertenden Woche in Stuttgart. Sinnigerweise anstrengend nicht durch das arbeiten, ich war diesmal nicht vordringlich zum Arbeiten in Stuttgart, sondern wegen der Messe und deren unvermeidlichen Randerscheinungen. Um mal ein paar Leute zu treffen, oder besser sehen und gesehen werden. Die SEMICON ist die Messe im Halbleiterbereich, und so wie ihr jetzt überlegt was es da wohl zu sehen gibt und warum man noch nix davon gehört hat, so war es auch bei mir. Also dachte ich es mir, wenn da alle Freunde hingehen, dann könnte ich mich ja auch mal blicken lassen, eventuell gibt es ein paar Kontakte zum knüpfen oder sonst irgendwas. Meine vordringliche berufliche Tätigkeit bringt mich ja eher mit den Endprodukten der Halbleitertechnik in Berührung, der Fertigungsprozess ist zwar interessant, andererseits ungefähr so ansprechend wie einem Bäcker beim Brötchen backen zuzuschauen. Aber man weiss ja nie.

Nachdem wir hier in Berlin mit dem Auto losgefahren sind, kann ich mittlerweile nachvollziehen, wie es den Autofahrern hier in Deutschland geht. Der andauernde Griff in Portmonnaie kann einen schon arg treffen. Wir haben auf der Hinfahrt tatsächlich zweimal tanken müssen, und ich muss sagen, es ist zwar ein schönes Auto gewesen, aber das wäre mir auf die Dauer extrem zu teuer. Bevor die Frage kommt , was das denn für ein Auto wäre, ich habe keine Ahnung, irgendein recht neuer Daimler mit allem möglichen Schnickschnack und einem V8 Compressor als Motor. Ich für meinen Teil brauche so ein Auto nicht, aber manchmal muss man ja irgendwie zeigen das man Geld hat , und dafür ist eignet sich dieses Auto hervorragend.

Ein Seltenes Bild in BAW Bad Cannstädter Waasn Das Haus in Gerlingen wo ich nächtigte Das runde Fenster oben war meines das ist Niederbrechen

Warum photografiere ich wohl einen Aschenbecher ? Wer es noch nicht mitbekommen hat, ich bin Raucher. Und es gibt ein wundervolles EU Gesetz, das die Angestellten von öffentlichen Einrichtungen und Gaststätten vor mir schützt. Was ich persönlich nicht schlecht finde, keine Frage. Der Bund hat das Gesetz übernommen und an die Länder weitergereicht, womit jedes Land dieses Gesetz selber umsetzen kann und vor allem muss. Und das Musterländle war wieder mal mit am schnellsten, was dazu führt, das in den Gaststätten in BAW seit August Nichtrauchen angesagt ist. Beim Essen verstehe ich es voll und ganz , aber wer Raucher ist, kann den folgenden Satz gut nachvollziehen: Es ist schön bei einem Bier eine Zigarette zu rauchen. Klar, solange ich damit keinen belästige. Aber was da abgeht, erscheint mir doch ein wenig überzogen. In so gut wie keiner Gaststätte kann man rauchen, es heisst dann immer, gehe doch mal vor die Tür. Soweit so gut , oder besser solange es noch etwas warm ist. Die Zeiten sind vorbei! wir haben an zwei Tagen komplett draussen gesessen, weil der Grossteil von uns der gleichen Sucht frönt wie ich. Dem wirt war das nur recht, denn so stieg sein Grappa umsatz sprunghaft an. Es gibt sicherlich noch ein paar Ausnahmen aber das sind so wenige, das man sie wie die Nadel im Heuhaufen suchen muss. Ich bin gespannt was hier in Berlin am ersten Januar passiert, insbesondere was Paule machen wird. Seine Kneipe kann ich mir ohne Rauch so überhaupt nicht vorstellen.

Die Waasn in Bad Cannstädt. Oktoberfest. Genau mein Ding ! (<- das war Ironie!) Es war recht lustig weil es ein riesiges Volksfest war, aber niemand wollte mit mir Karussel fahren. Bedauerlich. Aber wir haben den Massbieren gefrönt und der Ausnahmeregelung der Bayern gedankt, das man in Bierzelten rauchen darf. Die Musik war grottenschlecht, dafür das Essen umso besser. Im Laufe der Nacht nach der Waasn lernte ich Pizza Bob kennen, was sich als 24-stunden Shell Tanke mit eingebauter Pizzeria herausstellte, was ich in der Form auch noch nicht so gesehen hatte. Aber die Pizza war lecker.

Das rote Haus in Gerlingen. Hier habe ich gepennt, bei Freunden. Es ist deshlab erwähnenswert, weil es in einer Siedlung mit ausschliesslich beigefarbenen Einheitshäusern steht und somit hervorsticht. Und die Nachbarn alle schon das gewisse Methusalemische Alter erreicht haben. Was natürlich zu netten Gesprächen über den Zaun führt :-)

Zu guter Letzt: ich war in einem Ort namens “Niederbrechen” und es war zum niederbrechen.

Eine Woche die anstrengend war und bei mir erstmal 14 tage erholung folgen lassen muss, alleine nur um die grappa wieder auszuschwitzen.

2 Kommentare

  1. crook says:

    Lieber Wintermut,
    als Exilschwäbin und Exraucherin habe ich doch einiges zu dem Rauchverbot sagen. Ich finde es gut. Als ich noch rauchte dachte ich ähnlich wie Du und ich schwor mir niemals so eine penetrante Nichtraucherin zu werden wie man algemein den Exrauchern nachsagt. Ich finde diese Hetzjagd gegen Raucher gelinde gesagt immernoch eine Schweinerei, aber ich freue mich, dass das Rauchverbot auch endlich in anderen Bundesländern umgesetzt wird. Für mich als Exraucherin und Schwangere ist es unmöglich momentan in irgend ein Lokal zu gehen und mich dort für längere Zeit aufzuhalten, weil mir schlecht wird. Oftmals liegt es auch an der schlechten Belüftung, aber ehrlich gesagt nervt es mich auch, wenn ich auf der Straße hinter einem Raucher hergehe. Keine Ahnung wieso das so ist, aber ich empfinde es als gotterbärmlichen Gestank und mir wird regelmäßig schlecht. Ich freue mich endlich mal wieder in ein Lokal gehen zu können ohne ständig einen Würgereiz zu bekommen.
    Schlimm finde ich allerdings wie mit Rauchern umgegangen wird. Einerseits sind sie die Melkkühe der Nation, andererseits wird auf ihnen herumgehackt und das ist natürlich alles politisch korrekt. Ich finde das erbärmlich!
    In Italien und Irland und sonst wo geht das mit dem Rauchverbot auch und in Südtirol ist es nicht wirklich immer warm draußen. HAb das auch shcon erlebt. Für mich wäre das Rauchverbot ein Grund aufzuhören hätte ich es nicht schon getan;)

    Übrigens.. Pizza Bob ist klasse und der Wasn steht dem Oktoberfest in nichts nach!;-)

    17. Oktober 2007 @ 13:59

  2. irgendwer says:

    ich bin sicherlich nicht militanter raucher :-) es geht mir ja auch nicht um die unsinnigkeit der gesetzgebung (obwohl, ein wenig ist es das schon, wegen der schwammigen definition) nein es ist so , wie du es schon sagst, in italien und irland ging es ja auch umzusetzen, wobei ich hier der irischen Kreativität meinen Respekt zollen möchte. Und so wie ich es schon bei Jago formulierte, ich bin raucher, aber ich *muss* nicht *immer* rauchen, sondern manchmal wenn mir danach ist. sitze ich in einem nichtraucher restaurant dann gehe ich halt raus, oder wähle einen approbaten ort zur verichtung meiner sucht. es ist nur verblüffend, das in lokalitäten, die mehrheitlich von raucher besucht werden, hier nicht das mehrheitsprinzip gelten kann (kann, nicht muss) nein es werden immer mehr einschränkungen erfunden, die mich dazu bringen sollen, mit dem rauchen aufzuhören. aber ich will erst aufhören wenn ich es will oder gesundheitlich muss, nicht weil ich dafür kriminalisiert werde oder ausgeschlossen. da ist ein kleiner feiner unterschied drinne. wenn du als schwangere oder nichtraucherin in der nähe wärst, dann würde ich nicht rauchen, aber das ist doch meine entscheidung , die mir mein anstand und meine erziehung gebietet. in meinem normalen lebensraum halten sich nichtraucher und raucher die waage, was logischerweise auch immer von mir beachtet wird in der nähe der nichtraucher nicht zu rauchen.

    für mich ist ein rauchverbot kein grund zum aufhören , sondern darüber nachzudenken, was ich mir noch alles vorschreiben lassen muss, ohne das ich dazu gefragt werde. ich beuge mich gerne den majoritäten , wenn ich als minorität die chance habe, meine meinung zu vertreten und dabei verliere.

    was pizza-bob angeht, so war das für sowas wie “close encounters of an third kind”. ich glaube nicht das ich freiwillig nüchtern in einer tankstelle mein essen zu mir nehmen würde, aber der abend heiligte insofern die wege. aber abstrus ist es schon irgendwie! Und meine Affinität zu Volksfesten und den damit verbundnen Druckbetankungen ist stimmungsabhängig. ich war zweimal beim oktoberfest und fand es eher bescheiden, wogegen der Waasn recht lustig war , obwohl das gleiche flair hat. aber die abneigung gegen das oktoberfest ist mit einer allgemeinen abneigung gegen bayern an sich verbunden (was ich als “Saupreiß” auch darf). ich finde die waasn lustig weil überschaubar und preislich noch nicht so abgehoben wie münchen. Aber ohne einen besonderen anlass, also rein zum vergnügen würde ich auch da nicht hingehen, mich in ein zelt setzen und bei schrammelmusik 10 mass trinken, das ist zu langweilig. aber so ein wenig karussel fahren, den “hau-den-lukas” zu benutzen und der liebsten ein herzl kaufen , das ist schon so ok …..

    17. Oktober 2007 @ 14:48


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