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nutty living

wieder einmal im zug sitzend, wieder einmal nur jetzt die zeit gefunden, ein zwei zeilen zu schreiben. man wirft mir stöckchen zu, die ich nicht beantworten kann , weil ich schlichtweg nicht die zeit dazu habe. wobei die sache mit der zeit haben, heisst doch eigentlich, sich die zeit zu nehmen. es ist karfreitag morgen und ich bin auf dem weg nach HH , zu b. auf ein entspanntes brunch. nachdem ich in der nacht nur kurz und schlecht geschlafen habe, wobei ich einen durchaus kruden traum hatte (dessen wiedergabe hier den rahmen sprengen würde) werde ich ostern jetzt mit b. in HH verbringen. vielleicht trifft man/frau auch mal die frau jago auf ein oder zwei bierchen. ich habe keine ahnung. jetzt zu ostern ist es das jahr zwei nach mala. ich weiss nicht , ob ich ein resümee ziehen sollte, schliesslich war sie die letze, von mir als ernsthaft zu bezeichnende beziehung. aus deren ende der wunsch hervorging, nie wieder eine solche zu haben.

ich glaube, wenn ich ein resümee ziehen sollte, dann eben jenes , das menschen ab einem bestimmten alter durch soviele feuer gegangen sind, das es zuviele weh-weh-chen gibt, die alles andere nur behindern. ich zum beispiel gehe jeder art einer beziehung, wie auch immer sie sich anbahnt, so vehement aus dem weg, das man es schon fast als flucht bezeichnen könnte. und wenn ich es nicht in persona mache, das heisst einfach mich benehme, wie die axt im walde, dann schaffe ich es, mich so unbeliebt zu machen, das es ausreicht, jeden und alle auf äonen hin zu vergraulen. solch ein talent muss man ersteinmal so konsequent durchziehen, auch wenn es sich anhört wie ein bitterer aufguss aus einer teekanne vom letzten wochenende.

mithin, ich habe ja zumindest oberflächlich versucht, das zu verändern. inwieweit man meine versuche bei finya oder sonstwo so bewerten möchte. und es hätte ja fast auch geklappt, aber der schisser in mir hat beim ersten anzeichen einer kriselnden situation so schnell das weite gesucht, das der obligatorische vergleic mit dem hasen schon fast logisch ist.

ich weiss nicht, vielleicht steht auf meiner stirn in grossen, roten lettern geschrieben: “ich will ficken!” , ich weiss es nicht, zumal das betrachten der eigenen stirn im günstigsten fall zweimal am tag stattfindet, wobei das erstemal zu einem zeitpunkt passiert, an dem ich normalerweise alles an mir neu starten muss , und das zweite mal ich vor müdigkeit kaum sehen kann. ich sollte b. mal fragen, ob sie so ehrlich ist, mir das zu sagen. ich hoffe doch! habe ich jetzt resigniert ? habe ich den willen verloren, irgendwas in dieser richtung zu unternehmen ? anscheinend, denn ich wehre jede art von annährung direkt ab, weil irgendwas in mir die anzahl der menschen, die mir nahekommen dürfen aus den oben genannten gründen radikal reduziert hat, meines erachtens in die richtung null gehend. wobei die frage natürlich ist: wer oder was steuert das so in diese eine richtung ?

ich habe dieses blog damals begonnen, in der hoffnung, erkenntnisse über mich selbst zu bekommen. dinge die man sich normalerweise unter ausschluss der öffentlichkeit in dunklen ecken der eigenen wohnung sich an den kopf knallt. “rabbit in your headlight” – style sozusagen. insofern muss ich mir eingestehen, das ich nix begriffen habe, nix dazugelernt habe und unglaublich viele schöne sachen vergessen habe. ich könnte jetzt meinen eigenen limiter anbringen und auf diesem weg 1000 + 1 entschuldigung dafür zu suchen. und ich würde sie sogar finden: meine arbeit. aber das ist ungefähr so als ob ich einem vom heroin abhängigen eine überdosis crystal gebe , nachdem er auf methadon ist. sie nimmt sicherlich einen grossen teil meiner zeit ein, und wenn man 12 stunden vor der kiste sass, dann hat man nicht unbedingt lust, abgespannt und gedankenfrei in sein blog zu schreiben. ebenso wie dieses manko, ist es dann auch mit sozialen schiene, wer würde schon lust haben, nach einem solchen tag noch irgendwo hinzugehen, und auf parties eh nicht, weil das dazu führt , das ich nach ner halben stunde wieder gehen kann. es macht einen fertig zu jeder tag und nachtzeit irgendwelche auskünfte über das betriebssystem aus seattle zu bringen, aber gleichzeitig zu wissen, das wenn man es selber nicht macht, irgendjemand anders mit dem fundierten wissen zweier jahrgänge computerbild diese auskünfte gibt, was wieder zu einer schleife führt. und es macht mehr arbeit, sowas wie tuneup vom rechner zu entfernen, als von vornherein die richtigen tipps zu geben.vielleicht lasse ich auch die arbeit auch nur zu sehr nah an mich ran, vermutlich ist es das, was mich dann so fertig macht. wobei es aber natürlich nicht so sein sollte, nein, es sollte so sein, das man sie darauf reduziert was sie eigentlich ist: mittel zum zweck und teil der beschaffung meines täglichen abendbrotes. oder was auch immer. nur ist anscheinend jeder der meinung, der halbwegs einen computer von einem toaster unterscheiden kann, das es wohl so sein muss, das es eine gar wundervolle sache ich , wenn man in der freizeit sich tatsächlich auch noch mit dem beschäftigt. ich pflege in solchen fällen zu sagen, das mir kein bäcker bekannt ist, der nach einem tag in der bäckerei sich abends noch mal kurz auf die schnelle 10 kilo mehl mit nach hause nimmt , weil er bock hat, sich in mutti’s backofen noch ein paar brötchen zu backen. also zum hetzmana, frage ich mich, warum jeder denkt, das ich in der zeit, in der ich meine kleinen,alten grauen zellen versuche, wieder in eine bewegung zu bringen die jenseits der brownschen teilchenbewegung liegt, warum denkt nur jeder, das ich mich dann auch mit dem scheiss beschäftige ? die damit hervorgebrachte erwartungshaltung zerstört alles, was ich freizeit nennen möchte. und noch viel schlimmer ist die tatsache, das der mensch (in dem fall ICH) sich daran gewöhnt, auch so zu reagieren, als ob es so wäre.

für alle die mich näher kennen, die letzten beiden projekte, deren geldlicher gegenwert weit unterhalb der oben genannten abendbrotschwelle befindet, diese beiden kleinen scheiss dinger haben mich an fast allem zweifeln lassen, was ich vorher als gegeben angesehen habe. auf der einen seite richte und fixe ich andauernd irgendwelchen käse, den andere irgendwie verzapft haben an ihren komischen mühlen durch rumgebastel oder schlichte unkenntnis (prinzip herdplatte: kind, sie ist heiss, fass da mal nich an !) auf der anderen lasse ich mich zum einen bei einem als untere grenze anzusehenden preis noch mal um die hälfte runterhandeln um dann noch bedrängt zu werden, das es so schnell wie möglich geht (natürlich kann man von einem stundensatz von 30cent/h locker leben). und dann kommen da noch gefühlte 2 mio anrufe am tag von denen man sich mindestens alle eigentlich auch schenken kann , weil sie sich in der frage selber beantworten. wenn die sache mit dem programmieren so wäre wie das oben genannte brötchen backen, dann wäre es super. so kommt man aber andauernd wieder aus dem fluss raus und das wiederreinkommen dauert jedes mal länger. aber das interessiert tatsächlich ja niemand, denn das ergebnis ist das einzige was zählt.

ostern 2008. hier in hamburg ist das wetter zum schreien und die zeit vergeht wie im fluge. ebenso komisch ist es , das das telefon tatsächlich mal nicht klingelt, weder gestern noch heute. ich werde gleich aufbrechen und zu b. fahren, ihren stand mit abbauen und danach noch frau jago treffen. und vielleicht noch ne coole nacht auf der reeperbahn haben (und jetzt kann sich jeder denken was er möchte). morgen sind wir wieder in berlin und ich werde den rest des wundervollen wochenendes mit arbeit verbringen, irgendwie zumindest.

das ist zumindest nicht das was ich will ….

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