gelesenes
Tommy Jaud – Vollidiot
ich weiss nicht wie ich drauf gekommen bin , vermutlich habe ich in meinem umkreis doch ein paar feinde, denn anders kann ich mir die empfehlung nicht vorstellen, mir so ein buch zu nennen.vorab sei gesagt , das “bild der frau” voll des lobes ob dieses buches ist, was ich insofern verstehe, das der autor eventuell auch genau diese zielgruppe erreichen wollte.
ich habe es mir besorgt weil ich dachte das die erzählte geschichte nah dran an meiner ist. nein sie ist es nicht, sie ist weiter entfernt als intelligentes leben von der erde. was genauso zu verstehen ist wie ich es schreibe. zurück zum buch , der für mich erste lacher , war die stelle, an der der arbeitsplatz unseres protagonisten beschrieben wurde, ein t-punkt in köln. in meinen augen ist das etwas was ich als running gag auffasse, und somit mich auch gleich an der realitätsnähe dermassen zweifeln lässt, das ich alleine über diese tatsache hinweg tatsächlich lachen musste (in diesem moment, wo ich das schreibe, trage ich eine t-shirt mit dem aufdruck “ich war schon als kind scheisse”, welches ich lebenden oder toten personen die in dem buch in t-punkten arbeiten, wärmstens empfehlen würde, zu beziehen über www.emp.de)
der simon , derjenige welcher, hat ein problem, midlife crisis genannt, sozusagen sinn suche in einem leben ohne inhalt. nun , er arbeitet im t-punkt, vermutlich als t-beutel reiniger. das ändern dieses zustands hätte vermutlich die geschichte mit zwei spalten unter kurioses in die faz geschafft , aber sicher nicht auf 250 seiten….. tommy jaud hat sich mühe gegeben, alle möglichen und unmöglichen fettnäpfchen aufzuzählen in die ein mann in der ebenjenigen krise beidfüssig reintrampeln kann, nur bitte, wer hat schon als mann mit 30 eine solche. ich bin 39 und bin gerade aus meiner raus , als ich dreissig war, da war mein leben noch sowas von in ordnung , das es schon wehtat. ist es jetzt immer noch , aber gemessen am gesellschaftlichen klischee der singles , dann doch etwas aus der spur. zugegebenerweise ist die aufzählung bei mersten lesen spassig , aber beim zweiten rutsch hat der humor bild-zeitung niveau, welches sich recht einfach mit der witzseite ebenjener zeitung mit den 4 buchstaben in handgrösse darstellt und ebenso vergleichen lässt.
der protagonist verzweifelt an sich selbst und an den vermeintlichen anforderungen die die gesellschaft an ihn stellt. in jedem kapitel wird, wenn auch stark überzeichnet, eine jeweils andere auszeichnung unserer jetztigen gesellschaft dargestellt. das an sich ist schon nciht schlecht, wenn es denn doch im rahmen bleiben würde. oder besser, vielleicht erschliesst sich mir dieser rahmen nicht einam lansatzweise, weil mein denken, nicht so von vorurteilen behaftet ist, wie es denn so dargestellt wird. (ok, bei mir sind es dafür sicherlich andere vorurteile) doch nach den ersten 20 seiten sollte man sich schon ein urteil bilden können und dabei feststellen , das der rest an und für sich nur noch andere facetten ein und derselben aussage darstellen: single sein ist scheisse ! auch wenn man versucht es so schön wie möglich darzustellen versucht , es ist und bleibt scheisse. aber nach der lektüre sollte vielleicht noch dazu gesagt sein, es kann auch lustig sein, selbst in der scheisse ….
ich glaube, ich habe vielleicht in einigen situationen ähnlich gehandelt wie simon p. aber so komplett sich zum brot zu machen wie er, das habe selbst ich in meinen schlimmsten tieflagen nicht geschafft.
es sei noch gesagt, das man an langen winterabenden das buch in einem zug , oder besser einer flasche rotwein schafft, und ebenso schnell wie der geschmack des rotweins verblasst, ebenso schnell verschwinden die erinnerungen an das gelesene….. in auszügen ist das buch auch gut geeignet, die apotheken rundschau aus den wartezimmern von ärzten zu vertreiben, zumindest denen von zahnärzten.
ich fand es ausgesprochen fad.
aber ich lese auch nicht bild der frau.

