The Fabulous Weekends
jeder mensch hat sein steckenpferd, oder hobby oder was weiss ich. nennen wir es einfach marotte, oder gewohnheit. ich bin da keine ausnahme, auch ich pflege, besser pflegte, eine gewohnheit. seit acht jahren, was an sich beachtlich ist, für mich zumindest. frühstücken im lieblingscafe. geneigter leser, sie werden sich jetzt sagen, boah, mache ich auch. dem würde zustimmen, wenn das wörtchen “wenn” nicht wäre. ok, jeder geht mal frühstücken, mit freunden, aus irgendwelchen anlässen, oder irgendeinem anderen grund der über die einfache tatsache der nahrungsaufnahme hinaus geht. weil essen kann man ja auch zuhause, mit sicherheit weitestgehend preisgünstiger, wenn man seine freunde einlädt auch in angenehmer gesellschaft. warum rede ich dann noch über meine gewohnheit ?
weil ich sie 8 jahre lang praktiziert habe. das ich es jetzt nicht mehr mache hat mehrere gründe, von denen einige meiner kauzigkeit zuzuschreiben sind (sorry, anderes wort fällt mir nicht ein; absonderlichkeit würde ich vermeiden zu sagen). der andere grund ist sicherlich, das die geiz ist geil gesellschaft eben recht geizig ist, und ich etwas sparen muss/kann/will. und da wurde eben das aushäusliche frühstück als erstes gecancelt.
aber ich schweife schon wieder aus, geneigter leser. ich schelm. fangen wir von vorne an: es begab sich zu einer zeit in der der himmel noch voller saiteninstrumente hing, da wohnte ich in einer kleinen unbedeutenden strasse in berlins ehemaligen arbeiterviertel friedrichshain, der simon-dach-strasse. klein verschlafen, 200m ruhe mit kopfsteinpflaster und nicht vorhandenen parkplätzen (was wohl das einzige ist, was bis heute erhalten blieb). just zu dieser zeit begab es sich, das ein stadtbaurat (namen werden nicht genannt) die gloreiche idee hatte, man müsste auf der achse prenzlauer berg – kreuzberg etwas einführen, das seines zeichens etwas von einem zwischenstop haben sollte. um aus dem grauen alltag eines arbeiterbezirks herauszukommen. irgendwie. also wurde sich beraten und man wusste sich anscheinend nicht besser zu helfen, als jedem der eine schankgenehmigung haben wollte, selbige auch angedeihen zu lassen. und so zog zu beginn der zweiten hälfte der letzten dekade des vergangenen jahrhunderts der beginn der strassencafe szene in die bis dahin verträumt daliegende strasse. aus einer mehr oder weniger guten berliner eckkneipe wurde paules-metal-eck und auf der gleichen seite gab michaela ihrem laden als namen ein kürzel aus den namen ihrer beiden hunde: conmux. innerhalb weniger monate siedelten sich auch noch weitere läden an, halt aber nicht nur kneipen.
[tbc]

[...] und ziehe gemeinsam mit ihm in die dachkammer, stumpfsinnig meinem eigenen ritual folgend (ich erwähnte ja schon mal die für mich entscheidenen missstände?). wahrlich bei der auswahl, die dem friedrichshainer simon-dach-anlieger naheliegt, da sollte es [...]
18. Februar 2007 @ 13:33